Das Alchemistenmuseum befindet sich in Kirchberg am Marktplatz im „Alten Rathaus“.
Marktplatz 30, 3470 Kirchberg am Wagram

Öffnungszeiten:
Samstags von 14 – 17 Uhr oder nach Voranmeldung:
+43 2279/ 2332 (Gemeindeamt)
+43 2279/ 29763 (Dr. Sigrid Von Osten)
Fundstelle Schloss Oberstockstall täglich

Alchemistenmuseum Kirchberg am WagramPanorama XVII: Alchemistenmuseum Kirchberg am Wagram
1. Stock Ausstellungsraum Ecke

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Alchemistenmuseum Kirchberg am WagramPanorama XVIII: Alchemistenmuseum Kirchberg am Wagram
1. Stock Ausstellungsraum Eingangsbereich

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Alchemistenmuseum Kirchberg am WagramPanorama XIX: Alchemistenmuseum Kirchberg am Wagram
1. Stock Vorraum, Stiegenaufgang

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Alchemistenmuseum Kirchberg am WagramPanorama XX: Alchemistenmuseum Kirchberg am Wagram
Erdgeschoß, Ausstellungsraum mit Sonderausstellung

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Das Alchemistenlaboratorium von Oberstockstall (Kirchberg am Wagram/NÖ.)
aus der Zeit um 1590 

© Dr. Sigrid von Osten
Im Jahr 1980 wurde in einem Nebenraum der Kap© Sigrid von Ostenelle des Schlosses Oberstockstall das fast vollständige Inventar eines alchemisch-metallurgischen Laboratoriums von der Autorin ausgegraben, das dort wohl bald nach 1586 in einer Grube deponiert wurde (nach Dendro-Datierung). Der Fund zeichnet sich aus durch seine Geschlossenheit und die Fülle der über 1000 rekontruierbaren Objekte, vorwiegend aus Keramik, aber auch aus Glas, Metall, Knochen, dazu Erzproben und Reste von Schmelz- und Destillieröfen. Bei den keramischen Objekten handelt es sich teilweise um Laborgeräte mit Sonderformen, die zum nicht einmal der zeitgenössischen Fachliteratur bekannt sind. Da sich in und an allen Objekten chemische Rückstände und Spuren der Benutzung finden, lässt sich hier anhand der Realien die Arbeit in einem Labor des ausgehenden 16. Jahrhunderts nachvollziehen.
Die laufenden archäometrischen Untersuchungen ergeben, dass es sich in Oberstockstall um ein Probierlabor (z.B. für Münzen und Metalle) handelte, in dem man sich aber auch den Traum vom Gold erfüllen konnte - auf solider matallurgischer Basis. Dass auch Transmutationen versucht wurden, darf angenommen werden, die Ergebnisse der archäometrischen Untersuchungen weisen auch in diese Richtung. Oberstockstall hatte, nach datierenden Funden und historischen Quellen, eine jahrzehntelange alchemistische Tradiion. Hier wurde geforscht und an der Optimierung verschiedener Verfahren der Metallurgie und Pharmazie im Auftrag des Bischofs von Passau und der Pfarrherren von Kirchberg, adligen Domherren aus Passau.
Zur fraglichen Zeit waren das hauptsächlich Christoph von Trenbach (seit 1538 Pfarrherr von Kirchberg und seit 1548 Dompropst zu Passau, gest. 1552), sein Bruder Urban (Bischof von Passau 1561 - 1598), und die Brüder Viktor August (gest. 1586) und Sigmund Friedrich Fugger (bis 1595, Bischof von Regensburg 1598 - 1600). Literatur: Sigrid von Osten, Das Alchemistenlaboratorium Oberstockstall. Ein Fundkomplex des 16. Jarhunderts aus Niederösterreich. Monographien zur Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie 6, Hg. Falko Daim. Universitätsverlag Innsbruck 1998.

Dr. Sigrid von Osten
Oberstockstall 46
3470 Kirchberg am Wagram
Tel. +43 +2279/ 29763
Mail: Sigrid.von.Osten@gmx.net
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