Altes Rathaus

Das alte Rathaus wurde um 1610 im Renaissance Stil erbaut. Der neugotische Turm wurde erst 1888 nach einem Wiener Vorbild aufgesetzt. Die Anregung zu diesem Turm könnte vom Kirchberger Uhrmacher Meister Josef Fandl gekommen sein. Das Marktwappenrelief an der Außenfassade modellierte der Gastwirt Alois Schiel 1938. Das Haus wurde 1992/93 zum 500 Jahrjubiläum der Markterhebung Kirchberg renoviert. Heute beherbergt das alte Gemäuer das Alchemistenmuseum, mit dem weltweit einzigartigen und größten, geschlossenen Alchemistenfund aus Oberstockstall.

Beethovenstiege

Eine Geschichte erzählt, dass sich Beethoven im Jahr 1826  im Haus seines Bruders in Gneixendorf aufhielt. Nach einem heftigen Streit soll der berühmte Künstler auf einen vorbeifahrenden Milchwagen nach Krems aufgesprungen sein. Trotz des rauen Wetters Ende November machte sich Beethoven nach der Fahrt im offenen Wagen sofort auf die Weiterreise mit der Postkutsche nach Wien auf. In Kirchberg gab es einen Zwischenstopp und  Beethoven schrieb in sein Konservationsheft: „Ich übernachte in einem elenden Dorfgasthof in einem ungeheiztem Zimmer mit undichten Fenstern“. Es dürften sich schon hier die ersten Symptome einer Lungenentzündung gezeigt haben. Mit eintretender Fieberhitze dürfte Beethoven einige Maß eiskaltes Wasser getrunken haben. Am 26. März des Folgejahres starb Beethoven an den Spätfolgen der Erkältung und einer voranschreitenden Leberzirrhose.

An den tragischen Aufenthalt des großen Künstlers erinnert in Kirchberg nur mehr der Name einer durch Hintergärten führende Stiege. Das Haus, in dem Beethoven übernachtete, dürfte die damalige Poststation gewesen sein.

Bürgerhäuser am Marktplatz Kirchberg am Wagram

Die große Zeit der bemerkenswerten und kunst­historisch zum Teil sehr wertvollen Bürgerhäu­ser in Kirchberg am Wagram ist das 17. Jahrhun­dert, als im Marktort die vermögenden Familien Beer und Damian ansässig waren, die als Bau­herren der bedeutendsten Bürgerhäuser aufge­treten sind.

Im Übergang von der Renaissance zum Barock ist vor allem auf dem Marktplatz in Kirchberg am Wagram ein charakteristisches Ortsbild entstan­den, das den Marktort noch heute prägt. Unter den zahlreichen kunsthistorisch wertvollen Bürgerhäusern Kirchbergs sind einige beson­ders hervorzuheben:

Das „Bärenhaus" auf dem Marktplatz 18, das durch ein herrliches Portal und einzigartige ba­rocke Stuckdecken besticht, das „Moosbauer­haus" auf dem Marktplatz 31, ein Renaissance­bau mit herrlichem Erker, das „Alte Rathaus" auf dem Marktplatz 30, in dem heute die Daueraus­stellung „Der Alchemist von Oberstockstall" un­tergebracht ist, das „Färberhaus" (Marktplatz 7), das Haus, in dem das heutige Rathaus unterge­bracht ist (Marktplatz 5), das Gebäude des Be­zirksgerichtes aus 1911/12 (Marktplatz 27) und ein barockes Bürgerhaus (Marktplatz 29). Zu den besonderen Häusern im Gemeindegebiet zählt auch der „Bärenhof" in Oberstockstall.

Dreifaltigkeitssäule Kirchberg

Das barocke Steindenkmal steht auf dem idyllischen Kirchberger Marktplatz am unteren Ende der Allee. Renoviert wurde das Denkmal 1870, 1965 und 2005.

Inschriften aus dem Lateinischen übersetzt:
Inschrift Südseite:
Vor des Feuers Schaden, vor der Blitze Ungemach, vor der Seuche giftigem Hauch schützt uns, ruhmreiche Patrone: Florian, Donautus, Sebastian!

Inschrift Nordseite:
Heilige Mutter Gottes ohne Makel, Jungfrau, bete für uns!

Inschrift Ostseite: Ein ewiges Werk der Frömmigkeit gab 1780 Leopold Kalchhauser.

Leopold Kalchhauser 1780
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